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| Angelikas Tagebuch |
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Aufgezeichnete Erinnerungen an eine schöne Urlaubszeit. Angelika hat täglich ihre Eindrücke notiert und diese hier zur Verfügung gestellt. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Reisetagebuch Norwegen 20.05.2004 - 12.06.2004 20.05.2004 Um 2.00 Uhr ging der Wecker. Erst war Waschen, dann Kaffee angesagt. Anna fragte abends zuvor, ob Olli Norberts Fahrrad haben könne, denn sie wollten ins Städtchen. Da Anna auch fragte, wann wir losfahren wollten, wunderte es mich nicht, dass es um ca. 2.20 Uhr ans Küchenfenster klopfte. So wurden wir dann von den beiden verabschiedet, nachdem ich Olli noch eingespannt hatte, die restlichen Sachen ins Auto zu bringen. Um 3.27 h ging es dann los mit einem km-Stand von 99.938. Auf der A2 waren wir um 4.02 h. Um 4.30 h haben wir dann 2 km hinter der Raststätte Gütersloh die 100.00 km voll gemacht. Um 5.20 h erreichten wir dann die Porta Westfalica und waren in Niedersachsen. Von 6.10 h bis 6.40 h haben wir dann auf dem Rastplatz "Bummelskamp" gefrühstückt. Weiter ging es, ohne Staus und gut vorankommend, Richtung Hamburg, deren Stadtgrenze wir um 7.55 h erreichten. Um 8.17 h waren wir dann am Elbtunnel. Leider haben wir die neue Röhre verpasst. Um 9.30 h überquerten wir dann den Nord-Ostsee-Kanal und ab hier wurde es ziemlich windig. Die dänische Grenze erreichten wir um 10.15 h bei einem km-Stand von 100.431. Wir haben dann von 11.20 h bis 12.45 h Mittagspause gemacht, denn ich hatte Frikadellen und Kartoffelsalat gemacht für die Fahrt. Danach ging es auf die langweiligste Autobahn in Europa, der E 45, durch Dänemark. Hier kam noch erschwerend hinzu, dass wir Gegenwind der übelsten Sorte hatten, was uns Zeit kostete und den Benzinverbrauch rapide steigen ließ. Um 17.04 h waren wir dann endlich in Frederikshavn und um 17.20 h auf dem Campingplatz "Nordstrand". Hier haben wir im Jahr 2000 auf unserer Islandfahrt schon übernachtet. Nach einem Strandspaziergang, Knochen sortieren, sind wir dann um 20.00 h tot ins Bett gefallen, immer noch mit dem Gefühl, im Auto zu sitzen. Um 5.00 h war für mich die Nacht um, denn ich konnte nicht mehr schlafen. Also ging ich duschen. Norbert wurde durch meine Aktivitäten auch wach und ich habe erst mal eine Kanne Kaffee gekocht. Der hat vielleicht geschmeckt! Da wir erst um 9.00 h an der Fähre sein mussten, konnten wir gemütlich frühstücken. Ohne Hektik haben wir dann alles wieder klar gemacht für die 2. Etappe unserer Reise. Am Hafen mussten wir dann ca. 1 Stunde warten bis wir an Bord konnten. Um 10.07 h ging es dann endlich los. Selbstverständlich habe ich beim 3-maligen Ertönen des Nebelhorn beim Verlassen des Hafens, fast wieder eine Herzattacke gekriegt (Greena-Varberg lässt grüßen). Ahoj! Auf geht's auf große Fahrt, ohne selbst fahren zu müssen, Richtung Oslo und das bei super Wetter und ruhiger See. Est mal haben wir das Schiff, die "Stena Saga", erkundigt. Das dauerte, denn es sind 8 Stockwerke, die beiden Autodecks nicht mitgerechnet. In der großen Bar haben wir uns dann niedergelassen und in einer Couchecke, eingekuschelt in Norberts Schoß, bin ich dann eingeschlummert. Um 12.30 h haben wir dann das Buffet gestürmt. Es gab Fisch, Hackbällchen, Hähnchenkeulen, Rind- u. Schweinebraten, Kartoffeln, Bratkartoffeln, Spagetti mit Bolognesesoße, ein Fischbuffet mit Salaten und Schinkenplatten und zum Dessert Käse oder Kuchen und Pudding. Knüllesatt sind wir wieder in die Bar, wo diesmal Norbert ein Schläfchen in meinem Schoß hielt. Am oberen Ende des Oslofjordes waren wir oft draußen, da es sehr interessant war zu sehen, wie sich das Schiff durch die manchmal engen Passagen gewunden hat. Um 18.30 h ging es dann von Bord und nach kurzer Besprechung entschieden wir uns für einen Campingplatz am südlichen Ende des Mjøsa-Sees in Minnesund. Hier bleiben wir bis morgen. Aufgestanden sind wir um 6.30 h und haben in Ruhe gefrühstückt. Wir wollen heute erst nach Lillehammer, Geld holen und Kartoffeln kaufen, die wir ja nicht mitnehmen durften. Im Einkaufszentrum von Lillehammer haben wir dann bekommen, was wir wollten und sind dann noch durch die Stadt gebummelt. Die Innenstadt ist sehr schön und trotz der olympischen Winterspiele 1994 ursprünglich geblieben. In einer kleinen Seitenstrasse haben wir dann gestaunt. Dort war ein Art- und Classiccafé und es wurde Tango gespielt. Verschiedene Paare tanzten nach der Musik, teilweise in Jeans und Turnschuhen. War schon urig anzusehen. Wir fuhren dann weiter und mir fielen dann irgendwann die Augen zu. Wach wurde ich durch Norberts Gefluche. Wir waren mitten auf der Brücke über den Mjøsa-See bei Biri und der Sprit war alle. Norbert schnell raus, 3 l reingekippt und nix wie weg zur nächsten Tankstelle, die nur 2 km weiter war. Tank und Reserve wieder voll ging es weiter. Einen Zwischenstopp legten wir in Ringebu ein, wo wir uns eine Stabkirche ansahen. In Otta folgten wir dann dem Schild zum Campingplatz und kamen in ein Industriegebiet. Der Laden dort war geschlossen und auch sonst war keiner zu sehen (wir waren auch nicht böse darum, sah der Platz doch nicht sehr toll aus). Wir entschlossen uns dann weiter zu fahren in Richtung Dovreskogen zum nächsten Campingplatz und kamen kurz hinter Otta an einen weiteren Platz, der sich dann als der richtige herausstellte. Auch hier war zunächst keine Menschenseele zu sehen, dann kam aber ein Mann der auch deutsch sprach und wie sich herausstellte, aus Deutschland kam. Da noch Arbeiten zugange waren, improvisierte Helmut, so sein Name, was den Strom anging und wies uns eine Hütte zu, wo ein komplett ausgestattetes Badezimmer auf uns wartete. Wie sich später herausstellte, konnte man mit Helmut super quatschen. So erfuhr man viel Wissenswertes über Norwegen, was nicht in jedem Reiseführer steht. Helmut lebt seit fast 30 Jahren in Norwegen. Morgen wollen wir eine Wanderung in den Rondane Nationalpark machen. Kurz nach 5.00 h standen wir auf, haben gefrühstückt und dann unsere Rucksäcke gepackt. Wir mussten ca. 13 km fahren Richtung Dombås. Auf der Zufahrt nach Høvringen fiel meinem Schatz dann auf, dass er seine Jacke vergessen hatte (typisch Männer!). Also nochmals zurück und Jacke holen. Die Route war gut beschrieben und wir sind bei strahlend blauem Himmel losmarschiert. Es war ein Rundwanderweg, der an Naturschönheiten nichts zu wünschen übrig ließ. Es ging an Seen vorbei und wir überquerten mehrere kleine Bäche. Auch waren Schneefelder dabei, die aber leicht zu queren waren, da durch die Nachtfröste der Schnee noch fest war. Unsere 1. große Pause machten wir mitten in einem Bach, einem total idyllischen Fleckchen Erde. An einem Hotel (früher eine Alm) war ein See, der noch mit Eisschollen bedeckt war. Es ging auch an manchen Stellen durch Feuchtgebiete, in denen man schon aufpassen musste, wohin man tritt. Kurz vor der Peer-Gynt-Hütte trafen wir auf einen Wasserfall mit klarem, grünlich schimmernden Wasser. Im Sommer kann man sich schon vorstellen, hier einmal hineinzuhüpfen. Die in der Tour beschriebene Hängebrücke war leider nicht aufgebaut, d.h. im Winter wird sie abgebaut um nicht fortgespült zu werden, und so mussten wir über den Abfluss des Wasserfalls eine Stelle suchen, wo wir furten konnten. Es gelang uns an einer Stelle uns so kamen wir zur Peer-Gynt-Hütte, die erst im Sommer bewirtet ist. Ich nahm den Wanderführer zur Hand um zu sehen, wo es jetzt weitergeht und musste lesen, dass wir zurück mussten, wieder über den Fluss. Na toll, dass hätten wir vorher wissen müssen. Vergeblich suchten wir eine Stelle, die leichter zu furten war, fanden aber keine. Also alte Stelle, nur rückwärts. Mitten im Wasser, mit jedem Bein auf einem anderen Stein stehend, geriet ich in Rücklage und musste kräftig rudern, dass ich nicht ein unfreiwilliges Bad nahm, welches bestimmt sehr erfrischend gewesen wäre. Nach dieser akrobatischen Einlage von mir ging es weiter über einen seichten Bergsattel wieder Richtung Høvringen. So langsam merkte ich, dass meine Kraft nachließ. Nach dem Sattel ging es über eine Hochebene mit unterschiedlichen Begebenheiten. Mal Schneefelder, dann sandiger Boden, der eine Wohltat für die müden Knochen war, Geröllfelder, Feuchtgebiete und wieder kleine Bäche. Die letzte Stunde schleppte ich mich nur doch durch die Gegend, die auch nicht sehr interessant war. Es war karge Fjellgegend und so verpasste ich auch nicht viel. Endlich am Auto angelangt, flog erst einmal der Rucksack und dann die Schuhe. Obwohl ich am Ende war, es war schließlich unsere 1.Wanderung mit gleich 20 km, möchte ich keinen Schritt dieser schönen Wanderung missen. Erwähnenswert ist noch, dass uns keine Menschenseele begegnet ist und wir nur ein paar Vögel und 2 Hummeln gesehen haben. Fast 8,5 Std. dauerte die Wanderung, die angefüllt war mit Natur pur und unendlicher Stille. Auch wenn ich vorher gewusst hätte, wie kaputt ich hinterher sein würde, hätte mich nichts davon abgebracht, die Wanderung zu machen. Wieder am Wohnwagen gab es erst einmal Abendessen und für mich dann um 20.30 h nur noch mein Bett. Ich war doch sehr erstaunt, dass sich mein Muskelkater, den ich erwartet hatte, als gar nicht so schlimm erwies. Norbert hatte da schon mehr Probleme in den Oberschenkeln und den Knien. Wir fuhren vormittags nach Otta ein wenig bummeln und einkaufen. Ich fand auch Haferkekse, die in Schweden so super geschmeckt haben, sich hier aber als nicht so gut herausstellten. Nach einem kleinen Mittagsschläfchen gingen wir dann zu Helmut, der uns einen Wanderweg in Otta zeigen wollte. Er fuhr kurzerhand mit seinem Auto vor und zeigte uns den Einstieg des Wanderweges. Es ging zunächst auf einem relativ schmalen Pfad durch naturbelassenen Wald ähnlich dem Tiveden in Schweden. Zuerst führte unser Weg zu einer Hütte auf dem Thokampen, die dem norwegischen Hellseher Marcello Haugen gehörte. Dieser verbrachte hier seine Ferien. Die Hütte nannte er "Sameti", was bedeutet "mich dürstet". Marcello Haugen hat verfügt, dass nach seinem Tod die Hütte jedem zugänglich ist und bleibt. Über der Eingangstür hing der Schlüssel und in der Hütte, die so ist, als hätte er erst vor wenigen Minuten diese verlassen, fanden wir Getränke vor. Die Sachen waren gepackt für die Wanderung und wir wollten die versprochene Karte bei Helmut abholen. Gespräche mit ihm dauern immer lange, da er viel und interessante Sachen erzählt. Er zeigte uns Fotos von verschiedenen Aktivitäten, die er für die Touristen unternimmt. Hundeschlittenfahrten im Winter, im Sommer Bergwanderungen bis hin zum Bergsteigen, Riverrafting, Gletschertouren und vieles mehr. Es gibt wohl nichts, was Helmut nicht macht. Anhand der Karte erklärte er uns, wo wir die Wanderung beginnen sollten. Es war eine Anfahrt von ca. 70 km. Den uns gezeigten Parkplatz fanden wir auch. Dann haben wir uns für einen Trampelpfad entschieden, da Norbert meinte, der Hinweis nach Reinheim führe uns über Kongsvoll. Irgendwann hörte der Trampelpfad dann auf und wir mussten krossen. Einige Steinmännchen wiesen uns den Weg durch niedrige Sträucher und felsiges Gelände. In einiger Entfernung sahen wir dann einen jungen Rehbock. Weiter ging es dann bis zum Hauptweg. Anzumerken ist noch, dass die norwegische Armee an diesem Tag Schießübungen im Dovrefjell veranstaltete und wir schon die Hoffnung aufgaben, heute Moschusochsen zu sehen. Leider machte sich meine Blase an der linken Ferse bemerkbar, die ich mir bei der Wanderung im Rondane zugezogen hatte und beschlossen daher umzukehren. Diesmal auf dem richtigen Wege. Fast am Ausgangspunkt angelangt kamen wir an einen Zaun, der endlang der Bahnlinie, parallel zur E6, verlief. Diesem mussten wir noch ca. 80 m folgen um dann unter einer Unterführung in Richtung Grønbakken weiter zu kommen. Und dann sah Norbert ihn! Einen ausgewachsenen Moschusochsen ca. 130 m vor uns. Beeindruckt und phasziniert beobachtete ich ihn durch das Fernglas. Er graste friedlich vor sich hin. Wir hatten nur ein Problem: wie die 80 m schaffen ohne das er uns sieht? Ich schlug vor am Zaun entlang zu gehen, langsam und ohne Hektik. Gesagt, getan! Wir schlichen uns am Zaun entlang Richtung Unterführung. Weiter vor sahen wir dann, dass der Zaun, der uns augenscheinlich vor dem Ochsen trennte, gar nicht mehr da war, also weiter im Schleichgang mit einem wachen Auge auf das Urviech. Kurz vor der Unterführung war meine Neugierde größer als meine Angst. Ich bleib stehen um mir den Ochsen näher zu betrachten. Die Distanz betrug ca. 50 m. Ich wollte ihn wenigstens einmal von vorne sehen. Dann hob er plötzlich den Kopf, schnupperte in die Luft und hat mich dann wohl gewittert, denn er drehte sich um, so dass ich ihn endlich von vorne sah. Ungefähr 20 Sekunden betrachtete ich ihn durch das Fernglas, ohne dass er Anzeichen machte, sich gestört zu fühlen. Wahnsinnig, kannte man Moschusochsen bis jetzt nur von Bildern, hatte ich jetzt einen Leibhaftigen in 50 m vor mir stehen und das noch vergrößert durch das Fernglas. Langsam ging ich dann weiter durch die Unterführung und fand Norbert hinter dem Bahndamm (Bangebuchse!). Ist schon verrückt. Da rennt man gute 5,5 Std. durch das Dovrefjell und der Ochse hält einem fast die Autotür auf, denn der Parkplatz war nur ca. 150 m entfernt. Auf dem Weg dorthin kam uns ein weißer Bulli entgegen, in dem wohl Fotografen drin waren, denn vom Auto aus konnten wir beobachten, die ein Mann mit einem riesigen Objektiv auf der Kamera Jagd auf den Moschusochsen machte. Wir beobachteten die Szenerie noch ca. 10 Min. und fuhren dann zurück. Was für ein Erlebnis! Heute haben wir uns für einen Autotag entschieden. Norbert hatte immer schon den Wunsch, Åndalsnes zu sehen, wie es auf einem Kalenderblatt in seiner Firma zu sehen ist. Zunächst ging es in Richtung Dombås durch das schöne Gudbrandsdal, welches dann später in das Romsdal übergeht. Im nördlichen Gudbransdal ändert sich die Landschaft. Das Tal wird grüner und gelber Löwenzahn setzt hübsche Tupfen auf die Wiesen. (Anm.: im heimatlichen Garten ist mein Kampf gegen den Löwenzahn von Erfolg gekrönt, hier ist mir das Gewächs fast sympatisch). Selbst Lupinen gesellten sich dazu. Welch eine Idylle! Dagegen sind die Berge, die das Tal einkesseln, schroff, hoch und steil. Ein irrsinniger Kontrast. Halt machten wir beim Trollsryggen, einer 1.000 m hohen Felswand mit einem Überhang von 25 m. Leider war der Gipfel mit Wolken verhangen. Weiter ging es Richtung Åndalsnes einem kleinen Örtchen am Ende des Isfjords. Wir gingen ein weinig spazieren und stärkten uns mit einem großen Sandwich. Dann ging es weiter zum Trollstigen. Es stand auf dem Schild ca. 13 km davor, dass er geschlossen sei, aber ich wollte ihn wenigsten einmal sehen. 2 Serpentinen konnten wir fahren, bis uns eine Schranke die Weiterfahrt versperrte. Die Strasse wurde ausgebessert. So war der Trollstigen für uns gestrichen und weiter ging es Richtung Ålesund. Wir verließen die E 136 und nahmen eine Alternativstrecke, die durch das Kjersemdal führt. Eine Schotterpiste (Island lässt grüßen), durch eine landschaftlich phantastische Gegend. Weiter ging es bergab und die Gegend wurde zunehmend wieder lieblicher, gegenüber der kargen Fjelllandschaft im Kjersemdal. Danach führte die Fahrt weiter an Fjorden, die Berge wurden zwar flacher aber zu den Fjorden hin steil abfallend. In Ålesund fuhren wir auf die Aksla, den Aussichtsberg, und hier sahen wir Ålesund, wie es auf jedem Bild zu sehen ist. Im Hintergrund der blaue Atlantik. Tolle Aussicht, ohne Frage. Da es schon auf 15.00 Uhr zuging beschlossen wir, keinen Stadtbummel zu machen sondern weiterzufahren, da es noch etliche Kilometer nach Hause waren. Es ging nun Richtung Geirangerfjord zunächst nach Linge, wo wir eine Fährpassage hatten von ca. 10 Minuten nach Eidsdalen (kurze Anm.: ich stand an Deck mit einem kurzenärmeligen T-Shirt, dass Norbert mir in Ålesund gegeben hatte, da ich in meinem Pullover schwitzte). Ab Eidsdalen ging es erstmal bergauf und dann in steilen Serpentinen, dem Ørnevegen folgend , hinab nach Geiranger. Ein winziger Ort mit einigen großen Hotels. Eigentlich unspektakulär, aber die steil in den Fjord abfallenden Berge machen die Einzigartigkeit aus. Hinter Geiranger ging es wieder in Serpentinen hoch und wenn ich diesmal hoch sage, meine ich hoch und steil dazu. Mit jedem Meter änderte sich das Landschaftsbild. Die Vegetation wurde niedriger, dann fjellähnlich um dann richtig spärlich zu werden, d.h. Felsen mit Moosen bewachsen und sonst fast nichts mehr. Einige Schneefelder sind zu sehen, dann immer mehr und plötzlich befindet man sich mitten in einer Winterlandschaft. Und das alles bei strahlend blauem Himmel. Ein "Winterwonderland" mit teilweise 3m aufragenden Schneewänden, die die Strasse einfassen. Selbst die Seen waren hier noch gefroren und mit Schnee bedeckt. Wir sind dann keine 15 Minuten weiter gefahren und befanden uns schon wieder im Fjell ohne Schnee. Weiter ging es bergab und die Landschaft wurde wieder zunehmend lieblicher. Es ist einfach unbegreiflich, wenn man es nicht selbst erlebt hat, dass man innerhalb von wenigen Minuten aus einem grünen Tal in eine Winterlandschaft fahren kann. Dieses Erlebnis hat uns tief bewegt. So langsam machte sich dann der Hunger bemerkbar und unsere Hinterteile wurden auch immer platter. Über Lom ging es dann zurück nach Otta. Der heutige Tag war eine Fahrt von 12 Stunden mit einem fast landschaftlichen Overkill. Anstrengend für uns beide, woran Norbert natürlich den größten Anteil hatte, da er der Fahrer war, aber grandios in allen Belangen. Für Menschen, die ein Auge für die Natur haben, können sich diese zu Stilaugen entwickeln, so viel und so viel schönes war auf dieser Fahrt zu sehen, ohne sich dabei sattzusehen. Unsere heutige Fahrt hieß Abschiednehmen von Otta. Wir gingen zu Helmut um zu zahlen. Wieder wurde fast 1 Stunde daraus. Wir gingen schweren Herzens und mit Helmuts Worten wiederzukommen und einmal eine Tour gemeinsam zu machen. Wir fuhren die RV 15 und wollten nach Skjolden am Lustrafjord über das Sognefjell. Ich nahm noch einmal meinen Reiseführer und las, dass man von Lom aus gute Touren ins Jotumheitem machen kann. So wurde schnell entschieden nur die 72 km nach Lom zu fahren. Etwa 1 km hinter Lom fanden wir eine schönen Campingplatz. Nach der Installation auf dem Platz ging es zum Bummeln nach Lom. Erst führte unser Weg ins Touristik-Büro. Wir kauften eine Detailkarte vom Jotumheimengebirge und da dem Touristik-Büro auch ein Museeum angehörte, besuchten wir dieses. Er informiert über das frühere Leben in dieser Gegend und auch speziell über Jotumheimen. Am Anfang sahen wir eine Diashow über einen Wasserlauf vom Gebirge zum Meer. In der Bergausstellung wurden 4 Wanderungen vorgestellt aus der Helikopterperspektive. Plötzlich stand ich vor dem Objekt meiner Begierde: einem Elch. Aber genau wie 2001 in Schweden leider ausgestopft. Schade! Fast 2 Stunden waren wir im Museum. Dann besahen wir uns noch die Stabkirche von Lom an und kauften ein. Bei 20°C und im T-Shirt machte es richtig Spaß. Morgen wollen wir auf den Tronoberget, einem Aussichtsberg nahe Lom. Heute sind wir um 10.05 h zum Tronoberget aufgestiegen. Er ist 886 m hoch und wir dachten vor der Jotunheimenrunde zum Fannaråken eine gemäßigte Wanderung zu machen. Mein lieber Schwan, der Aufstieg war nicht ohne. Oben angekommen wollten wir die Rückseite zum Abstieg nehmen, mussten aber feststellen, dass dieses nicht möglich war, denn es war mit teilweise abenteuerlicher Kletterei verbunden und Begehen von Wildwechseln. Wir sahen wieder Elchdung und hörten auch beide einen Elch, aber gesehen? Fehlanzeige! Wir waren aber fest der Meinung, dass uns der Elch gesehen, zumindest gewittert hat. Also wieder zurück und auf dem Aufstiegsweg auch wieder runter. Anzumerken ist noch, dass wir im T-Shirt gewandert sind und unsere kurzen Hosen besser gewesen wären, denn es war sonnig warm. Der Abstieg war fast so heftig wie der Aufstieg. Nach 5 Std. waren wir wieder am Auto. Der Weg war wirklich ermüdend aber wahnsinnig schön und wir sanken zufrieden in die Autositze und freuten uns auf das Essen. Am Campingplatz war die Wäsche, die ich morgens gewaschen und aufgehängt hatte, super trocken. Wieder ein Urlaubstag der einen rundum zufrieden macht. Heute wollten wir ins Jotunheimengebirge zum Wandern. Die Rücksäcke gepackt und warm angezogen ging es bis zur Sognefjellhytta. Den Einstieg zum Wanderweg haben wir gut gefunden, doch mussten wir nach einigen Metern feststellen, dass hier nichts ging. Es lag einfach zuviel Schnee in den wir immer wieder nach wenigen Schritten knietief einsanken. Also kehrt um und tiefer ins Tal hinunter. Auf der Karte sahen wir einen Hinweis auf einen Wanderweg, der als unmarkierter Pfad gekennzeichnet war. Nach 30 Min. hatten wir den Einstieg aber noch nicht gefunden und Norbert hatte schon "einen dicken Hals" und mir war auch so langsam die Lust vergangen und das ist wohl verständlich, wenn man mit vollem Wandergepäck ausgestattet, nach 3 Stunden nichts zum Wandern gefunden hat. So beschlossen wir zum Campingplatz zurückzufahren und uns einfach faul in die Sonne zu legen. Auf dem Rückweg wurden wir aber für unser Suchen noch entlohnt. Wir wollten den Solsidevegen fahren und sahen kurz vor dessen Einmündung ein Warndreieck stehen. Es stellte sich aber heraus, dass hier kein Unfall passiert war, sondern an diesem Tag fand eine Oldtimerrallye statt. Nach ca. 100 m mussten wir auf dem Solsidevegen anhalten, da vor uns ein hiesiger Fotograf auf der Strasse stand und einige schöne Exemplare ablichtete. Das taten wir dann auch, waren doch wirklich schöne alte Schätzchen unterwegs. Wieder am Wohnwagen haben wir dann den Rest des Tages einfach mal abgehangen. Tut auch mal gut. Heute verlassen wir Lom und fahren zum Lustrafjord nach Skjolden. Bis zur Sognefjellhytta war mir die Strecke über das Sognefjell ja schon bekannt. Wie schon erwähnt: Winterwonderland! Keine 15 Min. weiter verändere sich das Landschaftsbild und wir befanden uns wieder in einer Fjellregion. Norbert hatte schon Respekt vor der Strecke. War doch unser "Knuffel", der Wohnwagen, hinten dran und wir auf der höchsten Passstraße Norwegens unterwegs. Wir sind daher auch früh losgefahren und LKW waren ja nicht unterwegs, da Sonntag war. In Turtagrø schauten wir nach, ob die Mautstrasse nach Øvre Årdal offen war. Sie war es, wichtig für unsere weiteren Unternehmungen. Nun ging es weiter bergab. Wieder eine Landschaftsveränderung. Es wurde immer grüner und lieblicher. Die Serpentinen hinunter nach Skjolden hatten es in sich und kurz vor der Talsohle kam uns an einer sehr engen Stelle ein PKW entgegen und der Platz zwischen uns und ihm betrug nur wenige Zentimeter. Wir kamen aber heil an und Norbert war stolz auf den Lada, der unseren Knuffel so brav über den Pass gewuchtet hat. Wir installierten uns auf dem Campingplatz und fuhren nachmittags Richtung Urnes. Unterwegs kamen wir am Feigumfoss vorbei, den wir uns nach einem ½ stündigen Aufstieg von Nahem ansahen. Er donnert ca. 225 m ins Tal und war sehr beeindruckend. Auch die Gegend hier ist sehr schön, besonders da es ein schöner, sonniger Tag war. Aus diesem Grunde blieben wir ca. eine halbe Stunde und genossen einfach das Leben. Die Stabkirche von Urnes ist mehr oder weniger ein touristisches Pflichtprogramm. Hinfahren, fotografieren, das war's. Interessant war es allerdings zu lesen, dass diese Kirche aus dem 11. Jahrhundert stammt und an einer Stelle gebaut wurde, wo Funde einer keltischen Kultstätte aus dem 9. Jahrhundert entdeckt wurden. Nach dem Abendessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch Skjolden und sahen uns den anderen Campingplatz an. Der sah ziemlich verlassen aus. Ein paar Jugendliche saßen vor einer Hütte und hörten Musik und als wir weitergehen wollten, stürzte ein Mann aus einem Haus und meinte, dass sei Privatgelände. Es war jedoch kein Hinweis darauf zu sehen. Wir sagten "sorry" und trollten uns. Unsere heutige Wanderung sollte die "Wasserfallrunde" werden. Eine Strecke mit 3 Wasserfällen. Es ging wieder Richtung Turtagrø,von wo wir die Mautstraße nach Øvre Årdal nahmen. Hin und zurück zahlten wir 75 Kronen. (An der Zahlstation mussten wir beide schmunzeln und wurden an unseren Islandurlaub erinnert. Stand doch hier ein Kassenhäuschen, welches Olli auf Island hinter jeder Ecke vermutete.) Die Straße führte wieder durch eine landschaftlich wunderschöne Gegend. Øvre Årdal ist eine größere Stadt und von oben her hübsch anzusehen. Wir fuhren Richtung Hjelle und fanden, Gott sei Dank, den Einstieg der Wanderung. Es ging steil bergauf am Wasserfall Hjellefossen entlang und nach ca. 200 m zog ich mir den Fleece aus und nach weiteren 200 m flog dann auch die Wanderhose und die kurze Leggings kam zum Einsatz, denn es war wieder ein wunderbarer Sonnentag. Auf dem Hochplateau wurden wir dann von 2 Norwegern mit Hund überholt und wenig später von einem weiteren Paar. Sie fand es wohl wirklich zu warm, denn sie trug nur ein Bikinioberteil. Leider machte sich kurze Zeit später meine Blase an der linken Ferse wieder bemerkbar und rechts spürte ich auch etwas. Dieses Handicap war an Anstiegen besonders schmerzhaft. Aber Augen zu und durch. Der Weg war gut beschrieben und weiter ging es. An einer Stelle in einem Feuchtgebiet hörte ich es verdächtig summen. Mücken!! Mein lieber Schwan, auch wenn es wehtut wird man plötzlich verdammt schnell. Bald kamen wir an die höchste Stelle der Wanderung in 1.050 m Höhe. Jetzt ging es nur noch bergab. Hier hatte ich keine Schwierigkeiten mit dem Laufen. Laut Wanderführer ging es jetzt auf eine Hüttensiedlung zu durch einen Birkenwald mit Feuchtgebieten, aber leider ohne Markierung. Man sollte den Weg aber leicht ausmachen können, da die Hütten gut zu sehen seien. Leider hatte dieser Hinweis einen Haken: vom Berg aus kann man die Hütten prima sehen, aber je tiefer man kam.. schwups weg waren sie. Ja das war ein Abenteuer. Anfänglich kein Problem. Birkenwald, Feuchtwiesen, Birkenwald usw. immer schön im Wechsel. Ab und zu konnte man die Hütten noch sehen bis sie dann nicht mehr auszumachen waren. Jetzt hieß es: weiter mit grober ich-glaube-die-Richtung-stimmt Peilung. Dann kamen wir an einen größeren Bach. Wir wussten, das es hier rüber gehen musste, aber wie und wo. Die richtige Stelle zu finden wurde durch dichtes Gestrüpp erschwert, welches hübsche Streifenmuster auf den Beinen hinterließ. Es waren im Bach auch nicht genug Steine vorhanden zum "Bachhopping". Also Schuhe und Strümpfe aus und durch. Die Überraschung präsentierte sich dann auch gleich in einem zweiten und dritten Bachlauf den wir furten mussten. Es war aber eine erfrischende Wohltat für die müden Füße. Drüben angekommen erwartete uns noch mehr und dichteres Gestrüpp das auch gleich die Streifenmuster an den Beinen vervollständigte. Ich bekam fast die Krise, denn ich sah die Hütten nicht sondern nur fast undurchdringliches Dickicht. Doch plötzlich waren sie da. Hallelujah!! Nach kurzer Rast und checken des weiteren Wegverlaufes ging es Richtung Vettisfossen, der sich 275 m in die Tiefe stürzt. Beeindruckend! Es begann nun der Abstieg ins Tal, der laut Wanderführer schwierig sein sollte. Ich empfand ihn als steil, aber nicht besonders schwierig. Sogar als interessant, da ich merkte, dass meine Höhenangst sich immer mehr verflüchtigte und ich immer mehr die Schönheit der Landschaft genoss. Unten angekommen ging es erst mal durch das ganze Utladal, das, wenn man fast 10 Stunden auf den Beinen war, verdammt lang ist. Aber was soll's : our boots were made for walking! Wir überquerten 3 Brücken . Eine davon war noch im Rohbau und ich blieb 2 mal stehen und sah ohne Angst nach unten. Norbert hat sich hier sogar beim Überqueren am Geländer festgehalten. Man kann wohl doch über sich hinauswachsen, wenn man das nötige Selbstvertrauen bekommen hat und dieses, so habe ich den Eindruck, wächst mit jeder Wanderung und ihrer individuellen Herausforderung. Bald darauf erreichten wir den 3. Wasserfall, den Avdalsfossen und bald darauf die Hauptstraße auf der wir dann auch wieder zum Parkplatz kamen. Welch Wohltat Schuhe und Strümpfe loszuwerden. In Øvre Årdal wollten wir tanken, aber dies ging nur mit einer speziellen Karte. Wir sahen einen Kiosk und gönnten uns ein Softeis, welches nach der Wanderung, die immerhin 10,5 Stunden gedauert hat, einfach super schmeckte. Zurück am Wohnwagen gab es noch einen Teller Erbsensuppe und dann nur noch Bett. Ich war heilfroh, dass ich es morgens nicht weggeräumt hatte. Es war eine verdammt anstrengende, lange Wanderung aber auch unvergesslich schön. Heute sind wir zum Nigardsbreen gefahren, einer Gletscherzunge, die zum Jostedalsbreen gehört, dem größten europäischen Festlandsgletscher. Dort angekommen haben wir uns im Breheimsenteret eine Ausstellung angesehen über die Entstehung von Gletschern und Besiedlung der Gegend, von den ersten Funden bis heute. Es war sehr interessant. Eine Mediashow konnten wir nur einige Sekunden sehen, weil danach der PC hing, typisch Computer! Weiter ging es eine gebührenpflichtige Strasse bis zum Parkplatz am Gletscher. Angegeben war der Weg bis zur Gletscherzunge mit 45 Minuten. Norbert meinte zwar es wäre ein Katzensprung, doch konnten wir wegen dem Muskelkater, der uns seit der Mammuttour von gestern plagte, nicht so wie die Katzen springen. Es ging über Stock und Stein, über kleine Wasserläufe und über vom Gletscherlauf glatt polierte Felsen, so dass es wirklich 45 Minuten dauerte. Mächtig ragt die Gletscherzunge vor einem auf und beeindruckt mit ihrem strahlend blauen Einkerbungen. Ein Schmelzwasserabfluß des Nigardsbreen saust auf den glatten Steinen in den See, so dass es aussieht wie eine Riesenrutsche. Welche Kraft des Wassers dahintersteckt sahen wir erst, als Norbert einen größeren Stein hineinwarf und er mühelos von den Wassermassen mitgerissen wurde. Zu erwähnen ist noch, dass wir auf der Zufahrt zum Gletscher einen Schneeabgang auf der anderen Seite des Sees beobachten konnten und auf der Rückfahrt noch einen. Am Informationszentrum fragte ich noch den Angestellten nach einer Schiffsverbindung von Kaupanger nach Gudvangen. Er überlegte kurz, setzte sich dann an den PC und druckte mir einen Fahrplan aus. Na ja, manchmal funktionieren Computer eben doch. Der Abend wurde nicht lang. Wir hatten zur Abwechslung mal Abendbrot (Kartoffelbrot), das mit frischer Tine-Milch super schmeckte. Nach einer Runde Uno, welche ich natürlich gewonnen habe, sind wir dann schlafen gegangen. Morgen heißt es dann Abschied nehmen von einem wirklich schönen Fleckchen Erde. (Anm.: habe immer noch keinen Elch in natura gesehen und gucke auch schon nicht mehr in die Wälder. Elche?? Ha! Gibt es hier nicht ist nur ein Joke um Touris anzulocken.) Weiter geht unsere Reise heute in Richtung Süden. Wir fuhren ab Skjolden die RV 55 weiter. Eine Touristenstrasse, die sehr schön ist aber auch verdammt eng, wenn man einen Wohnwagen zieht. Es ging am Lustrafjord entlang, Richtung Kaupanger. Eine landschaftlich sehr schöne, liebliche Strecke mit hübsch anzusehenden Örtchen, richtig idyllisch. In Kaupanger angekommen fragten wir in einem am Hafen gelegenen Bootsmuseum nach dem Preis für die Fähre. Der junge Mann konnte erst keine Auskunft geben und griff dann kurzerhand zum Telefon. Aber auch nach 10 Minuten konnte er uns nicht helfen. Trotzdem eine total freundliche Geste. Dem Rat folgend fuhren wir noch mal in den Ort und holten uns Bargeld. Die Fähre kam dann pünktlich und es kam der Kassierer. Ja, mein lieber Schwan, gut das wir gesessen haben. Kaupanger bis Gudvangen, eine Fahrt von 2,5 Std., kostet mal eben 1.013 Kronen, das sind 133 €. Norbert war froh, dass er mit Eurocard zahlen konnte. Ist ja fast ein Kreuzfahrtpreis. Es wurde dann fast auch eine, denn die Fahrt durch den Nærøyfjord war eine landschaftliche Augenweide. Ein enger Fjord mit hoch aufragenden Bergen und Felswänden links und rechts. Da Norbert nicht selbst fahren musste, konnte er die Naturschönheiten in vollen Zügen genießen. Diese Augenweide versüßte einem den hohen Preis und im Nachhinein müssen wir sagen, dass dieses Erlebnis diesen Preis Wert war. Das man so langsam in eine touristisch mehr besuchte Gegend kam merkten wir daran, das auf der "Fannaråken", so hieß die Fähre, von Niederländern bis Koreanern alles vertreten war. Selbst die Erklärungen zur Landschaft und Orten wurde in mehreren Sprachen durch die Lautsprecher angesagt. Mit einbegriffen im Preis war auch ein Schiffsmeeting mitten im Fjord mit einem Katamaran. Dieses Schnellboot Richtung Bergen legte dann an unsere Fähre an und einige Passagiere wechselten die Fahrgelegenheit. Weiter ging es und im Nærøyfjord sahen wir dann Minkwale und Seehunde. Angekommen in Gudvangen ging es dann Richtung Voss und auf der 7 weiter nach Kvanndalen auf einen Campingplatz, der direkt gegenüber der Fährverbindung nach Utne liegt. Dort angekommen haben wir diese "Fjordbusse" noch ein wenig beobachtet. Heute sind wir nach Bergen gefahren wieder weiter auf der Touristenstrasse 7. Es gab sehr enge Passagen mit Kurven, in denen man nie weiß, was oder wer um die Ecke kommt. Gut das man die Augen auch zu machen kann. Eine Strecke für Leute mit guten Nerven. Näher an Bergen wurde dann der Verkehr auch dichter aber die Strasse auch breiter. Bergen begrüßte uns mit herrlichem Sonnenschein, obwohl es die regenreichste Stadt in Europa ist. Hier wurden wir von Touristen fast umgerannt. Natürlich haben wir uns den Kai angesehen, von dem aus unsere Reise 2000 nach Island begann. In Tyskebrygge führte eine Gruppe von jungen Leuten in entsprechender Verkleidung das "Hansespiel" auf, bei dem es kreuz und quer durch die engen Gassen ging. Auf dem Fischmarkt haben wir dann nachgesehen, ob wir Lachs zum Grillen bekommen, haben aber dann aufgrund der hohen Preise dankend verzichtet. Erlaubt haben wir uns dann eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Fløien, dem Aussichtsberg von Bergen. Hier hat man einen phantastischen Blick über Bergen. Einmalig und das bei diesem Wetter. Um 14.00 Uhr ging es zurück. Ich habe Norbert für 20 Minuten abgelöst beim Fahren dann aber wieder abgegeben, da mir das Fahren zu anstrengend war. Enge Strassen, viele Tunnel, nein danke, nichts für mich. Unterwegs kauften wir dann noch Koteletts, Würstchen zum Grillen, frischen Salat und Weißbrot. Einfach lecker. Der Campingplatz füllte sich dann mit einigen Wohnmobilen, so dass wir nicht mehr alleine waren. Mit dem Essen fertig kam eine deutsche Touristin, die mit ihrem Mann eine Hütte bewohnte und fragten uns, ob wir frischen Fisch zum Abendessen haben wollten. Leider mussten wir dankend ablehnen, da wir ja gerade mit dem Essen fertig waren. Wenn wir das gewusst hätten! Heute haben wir uns für eine Wanderung entschieden auf der alten Poststrasse zwischen Granvin und Ulvik. Da es sich um eine Strecke von 19,5 km handelte, als einfache Strecke, wollten wir ca. die Hälfte gehen und dann zurück. Nach ca. 30 Minuten des Weges hörte ich ein Schäfchen ängstlich rufen. Wir kamen an der Stelle vorbei aber ich konnte nichts sehen. Ein kleiner, steiler Zuweg führte dann an einen Zaun und dort angekommen, sah ich das kleine Schäfchen, das mit dem Kopf in einem Drahtzaun steckte. Vorsichtig und beruhigend redend näherte ich mich und guckte erstmal wie ich helfen konnte. Ich machte mich ans Werk. Zweimal zappelte das Schäfchen noch und merkte wohl dann, dass ich ihm nur helfen wollte, denn es wurde dann ganz ruhig. Nach ca. 10 Minuten hatte ich es geschafft und das Kleine lief laut blökend auf wackeligen Beinen Richtung Mama den Hügel hinauf. Ich war verwundert, dass die Mutter nicht bei dem Kleinen war, wo es sich in Gefahr befand. Ich war überglücklich, dass ich diesem armen Geschöpf helfen konnte. Wir wanderten noch ca. 2,5 Std. weiter bei wolkigem Himmel aus dem auch manchmal einige Tropfen fielen. Am höchsten Punkt angekommen auf 580 m Höhe, beschlossen wir umzukehren. Nach 6 Std. waren wir wieder am Auto und hatten wohl 18 - 20 km hinter uns. Es war mal etwas anderes eine Landschaft mit dahinschwebenden Nebelbänken zu erleben. Trotz Wolken haben wir auch wieder geschwitzt. Morgen fahren wir weiter Richtung Stavanger. Es ging heute per Fähre zuerst von Kvanndal nach Utne. War praktisch, da der Campingplatz direkt gegenüber dem kleinen Fährhafen liegt. Die Straße 550 nach Odda ist eine Touristenstrecke, aber gut zu befahren bis auf einige enge Passagen mit G-G-Gegenverkehr (Himmel war das knapp!) Wenn das so weitergeht, werde ich bestimmt noch abhängig von den Adrenalinstößen. So langsam wurde die Gegend flacher. Die Berge mit Schnee wichen niedrigeren Bergen, die aber entlang der Straße bedrohlich steil neben einem aufragen. Auch die vielen Geröllfelder rechts neben der Straße ließen einem manchmal die Nackenhaare sprießen. Auch die nun nicht mehr so hohen Berge bedeuteten nicht Flachland. Es ging schön immer rauf und wieder runter. In Nesvik mussten wir noch mal eine Fähre nehmen um auf die 13 Richtung Tau, gegenüber Stavanger, zu kommen. Die Wartezeit wurde mit "Beinevertreten" überbrückt, saßen wir doch wieder seit 10.00 Uhr im Auto. Auch Norbert hatte langsam genug, zumal die teilweise engen Straßenabschnitte seine ganze Aufmerksamkeit forderten und man höllisch auf "Kurvenschnippler" achten musste. Gegen 17.00 Uhr hatten wir unser Ziel, den Campingplatz in Solvik, erreicht. Er liegt direkt am Idrefjord und man kann von hier aus nach Stavanger sehen. Ein sehr schöner Platz, der auch eine Waschmaschine hatte, die ich gerne nutzte, da schon einige Klamotten urlaubsbedingt reif für die Wäsche waren. Heute sind wir auf den Preikestolen geklettert. Am Anfang geht es schon ziemlich steil hoch, so dass man schnell auf "Betriebstemperatur" kam. Das Wetter war bewölkt, aber nicht kalt uns so fingen wir auch bald an zu schwitzen. Also Jacke aus. Der Weg führte dann weiter durch eine enge, steile Felsspalte, die mit großen Steinen gefüllt war. Auf diesem Terrain bewährten sich unsere Wanderschuhe hervorragend. Durch morastiges Gelände waren Holzstege gelegt. Weiter ging es über ein Felsplateau, an dem man sah, dass es mal vor Urzeiten vom Gletschereis glatt poliert wurde. Weiter ging es über steinigen Weg und dann war er da, der berühmte Preikestolen. Schon auf dem letzten Stück Weg ging es an einer gesicherten Stelle vorbei, an der es ganz schön heftig nach unten ging. Noch vor einem Jahr hätte ich an dieser Passage verweigert und wäre nicht weitergegangen. Aber meine Höhenangst habe ich fast verloren und sie ist der Faszination der Landschaft gewichen. Auch kommt hinzu, dass ich mit jeder Wanderung sicherer wurde. Ich weiß, dass ich meinen Schuhen vertrauen kann und mit den 2 Wanderstöcken hat man 2 verlängerte Arme. Zumal geht man wesentlich sicherer, wenn man nach unten schaut, an kniffeligen Stellen, ohne Angst zu haben, runterzufallen. Am Preikestolen habe ich mich ungefähr 1 m vom Rand entfernt hingesetzt und einfach die grandiose Aussicht genossen. Wir sind dann noch ca. 40 m höher gestiegen und hatten dann die klassische Postkartenansicht auf den Preikestolen. Leider waren wir nicht, wie bei unseren letzten Wanderungen, alleine hier oben. Es ist aber bei so einem touristischen Highlight nicht zu vermeiden, dass ganze Busladungen auf den Berg klettern. Nach ca. 5 Stunden waren wir wieder unten und haben uns noch Felszeichnungen angesehen, die ungefähr 1 km von dem Campingplatz entfernt zu besichtigen waren. Frisch geduscht und gut gegessen sitzen wir jetzt vor der Flimmerkiste. Morgen geht unsere Reise weiter zum Gaustatoppen mit 1.881 m Höhe. Den wollen wir noch erobern und ich freue mich schon darauf. Die Fahrt ging erst Richtung Oanes um mit der Fähre nach Lauvika zu kommen. Dann weiter, 10 km der 508 folgend, bis Oltedal. Von hier aus nahmen wir die RV 45 bis Svartevatn um dann eine Querung zu fahren auf einer Provinzstraße bis Nomeland. Norbert hatte zwar Befürchtungen, dass sich diese Straße als Holpepiste herausstellt, doch war dies nicht der Fall. Zu Anfang hatten wir ziemlich schlechtes Wetter. Dieses passte aber zur Landschaft, die schroff war mit wenigen niedrigen Büschen und Moosen. Später ging es in lichten Birkenwald mit anschließendem Tannenwald über. Eigentlich ideal für Elche. Ich foppte herum, von wegen Elche gibt es nicht, alles nur Märchen für Touristen, als plötzlich einer auf einer Lichtung stand. Vollbremsung mit Wohnwagen dran geht nicht, also normal abgebremst, Kamera geschnappt, ausgestiegen und zurückgegangen und was macht Herr oder Frau Elch: schleicht sich, so dass man nur noch das Hinterteil sieht. Na ja, habe wenigsten "1" Elch gesehen in Natura. Genau wie 2001 in Schweden nach 14 Tagen. Die brauchen wohl so lange um sich für mich herauszuputzen. Der weitere Verlauf der Straße ist zwar schmal aber gut ausgebaut und übersichtlich. Es war aber eine Fahrerei wie auf einer Achterbahn: rauf und runter. Ab Nomeland ging es durch das Setedal und auf die 9 um dann auf der 537 nach Rjukan zu fahren. Obwohl Rjukan eine Industriestadt ist, von hier aus startete die Industrialisierung Norwegens, ist es eine schöne Stadt. Auch der Campingplatz ist toll. Groß, gepflegt und sauber. Ist zwar bis jetzt der teuerste, aber seinen Preis wert. Nur ist hier leider kein Satelitenempfang möglich, da wir direkt in einem Talkessel liegen. Egal man kann sich auch anderweitig beschäftigen. Heute haben wir den Gaustatoppen bestiegen. Im Wanderführer wird die Strecke als anspruchsvoll beschrieben. Ich bezeichne sie einfach als "ätzend". Der Berg ist eine riesige Geröllhalde. Obwohl sich die Leute bestimmt Mühe gegeben haben, so etwas wie einen Weg zum Gipfel zu schaffen, ist es doch eine elende Kletterei. Außerdem war ich heute nicht so gut drauf und habe mir den Berg regelrecht erkämpft mit jedem Meter. Beim Aufstieg hatten wir etwas Schneefall. Oben angekommen haben wir gerastet und waren doch erstaunt, wie viele Leute hier oben waren, die uns teilweise beim Aufstieg auch schon überholt hatten. Sogar ein älteres Paar aus München war hier oben. Leider war es mit der Aussicht auf ein sechstel der norwegischen Landesfläche nichts, da es doch sehr neblig war. Nach einer Stärkung ging es an den Abstieg. Zwischenzeitlich hatte es heftig angefangen zu schneien. Hinunter war es auch ein einziges Gestolper. Der Schnee ging beim weiteren Abstieg in Regen über und auch der Wind hatte aufgefrischt. Verstärkten doch all diese Umstände meinen aufkeimenden Hass auf diesen "Möchtegernberg". Ca. 1,5 km vom Parkplatz entfernt passierte es dann. Ich hörte hinter mir einen altbekannten Schmerzensschrei. Norbert war ausgerutscht und da er nicht so schnell aus der Schlaufe seines Wanderstockes kam, hatte er sich mal wieder die Schulter ausgekugelt. Mein erster Impuls war: rumdrehen und draufhauen. Vergeht doch kein Urlaub ohne Erste Hilfe, wenn Norbert sich mal wieder den Arm ausgekugelt hat. Gott sei Dank hatte ich mir, vielleicht in weiser Voraussicht, 2 Schmerztabletten eingesteckt. Ich half Norbert sich vom Rucksack zu befreien gab ihm die Tabletten und zog am Arm in der Hoffnung, dass er sich wieder einkugelt. Leider vergebens. Ich sah uns schon in einem norwegischen Krankenhaus und mich am Steuer unseres Lada mit Wohnwagen hintendran. Eine Horrorvorstellung für mich. Nach kurzer Zeit hatte die Schulter aber wohl ein Einsehen mit uns und rutschte wieder in seine Position. Puh, noch mal Glück gehabt. Während unserer unfreiwilligen Rast hatte es dann doch noch aufgehört zu regnen. Langsam ging es zurück und ich fuhr dann zurück zum Campingplatz. In Gedanken sah ich mich mit Handgranaten bewaffnet auf dem Gaustatoppen um ihm zu zeigen, was ich von ihm halte. Zurück im Wohnwagen legte sich Norbert sofort hin und ich trocknete unsere Sachen. Zum Glück haben wir hier ein Dach über dem Kopf, denn es regnet schon wieder. Auf jeden Fall gibt es heute leckere Schwedenklopse. Die haben wir uns auch verdient. Heute haben wir uns in Vemork das Arbeitermuseum angesehen. Es erzählt die Geschichte der Herstellung von Kunstdünger, dessen Nebenprodukt "Schweres Wasser" war, das im 2. Weltkrieg, nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht, eine große Rolle spielte bei der Erforschung und Entwicklung einer Atombombe. Mehrere Sabotageakte junger Norweger sowie der alliieren Staaten zerstörten dann die Produktion. Es ist eine interessante Ausstellung die empfehlenswert ist. Bei wieder schönem Wetter ging unsere heutige Reise nach Kongsberg. Die 37 ist eine gut zu fahrende Straße, die streckenweise neu geteert ist. In Kongsberg fanden wir leider keinen Campingplatz obwohl hier 4!!! Campingplätze sein sollen, so dass wir die 37 wieder zurückfuhren und bei Jondalen einen sehr schönen Platz fanden. Der Platz liegt in einem Wald und heißt "Max Kro". Leider regnet es wieder und wir hoffen, dass es morgen besser wird, da wir noch eine Wanderung in Kongsberg machen wollen. Norwegens Wetter zeigt sich heute von seiner schönsten Seite. Sonnenschein pur. So macht Wandern Spaß. Leider haben wir uns zu Anfang verlaufen, so dass wir eine Extrarunde von ca. 5 km gehen mussten. Der richtige Weg entschädigte aber für diesen Umweg. Ein super Weg, vorbei an den Silbergruben von Kongsberg, in einer schönen Landschaft. Wir hatten jeder nur eine Flasche Wasser mit, aber in Norwegen ist es kein Problem an Wasser beim Wandern zu kommen. An der "Haus Sachsen Grube", bis 1957 in Betrieb, haben wir Wasser aus einem Brunnen nachgefüllt. Weiter ging es zu der Knutehytta, die das ganze Jahr über bewirtet ist und vom ansässigen Skiverein gebaut wurde. Da wir nicht so viel zu essen mit hatten, ich hatte unseren Umweg ja nicht einkalkuliert, kaufte ich erst einmal 2 Schokoriegel, da wir Energie brauchten. Der Wirt, ein sehr netter Typ, empfahl uns dann noch Waffeln, die frisch zubereitet wurden. Wir setzten uns auf die Terrasse und kurze Zeit später kamen die Waffeln und dazu reichte uns der Wirt Erdbeer- und Blaubeerkompott. Man glaubt gar nicht, wie diese unscheinbaren Waffeln mit dem Kompott, sich in das herrlichste Essen verwandeln können wenn man richtig ausgehungert ist. Die Dinger haben einfach göttlich geschmeckt. Nach einem Plausch mit dem Wirt ging es weiter nicht ohne vorher in Erfahrung gebracht zu haben, wo ich den Kompott bekomme. Die Stärkung, in Form der Waffeln, reichte nicht lange vor, denn wir waren jetzt fast 6 Stunden auf den Beinen. Auf dem Rückweg kroch uns noch eine fast 40 cm lange Schlange über den Weg, die sich aber schnell ins Gebüsch verzog. Am Auto angekommen hatten wir gut 20 km hinter uns nach fast 7,5 Stunden. Dieses war unsere letzte Wanderung in Norwegen und das herrliche Wetter heute, die wunderschöne Landschaft und die tolle Wanderweg machen den Abschied von diesem Land sehr, sehr schwer. Morgen geht es nach Oslo und um 19.30 h heißt es dann Abschiednehmen. Nach dem wir in Ruhe abgebaut hatten, fuhren wir Richtung Oslo. Wir fuhren direkt zum Abfahrtskai der Stena-Line und stellten uns in die angegebene Reihe für Gespanne. Danach machten wir noch einen Bummel durch den Hafen, wo die "Queen Elizabeth 2" stand. Ein bekanntes, aber nicht unbedingt schönes Schiff. Dagegen sah der Kreuzfahrer "Jewel of the Seas" richtig futuristisch aus mit seinen enormen Glasfassaden. In Åkerbrygge sahen wir dem Treiben der Vorbereitung einer Segelregatta zu. Volvo Ocean Race lässt grüßen. Gegen 13.00 Uhr sind wir zurück zum Wohnwagen gegangen und ich habe Mittagessen gemacht. Nach einem kleinen Schläfchen haben wir uns am Hafen noch das letzte Urlaubssofteis gegönnt. Die Abreise der "Jewels of the Seas" war interessant. Wenn man es aus einiger Entfernung sieht, ist es sehr imposant. Der Parkplatz füllte sich nach und nach und um 17.00 Uhr holten wir unsere Bordkarten. Die Wartezeit bis zur Einschiffung verkürzten wir uns noch mit einem Kartenspiel "Phase 10". Ratet mal wer gewonnen hat. Nein, nicht ich wie gewöhnlich, sondern Norbert. Er hat über alle Backen gestrahlt und ist gleich einen Meter gewachsen. Bei der Einschiffung gab es dann eine Verzögerung, so dass es erst um 20.30 Uhr losging. Mit schwerem Herzen und Tränen in den Augen stand ich an der Reling und sah Oslo in der untergehenden Sonne verschwinden. Die Kabine, die wir uns für die Nachtfahrt gebucht hatten, hat uns sehr überrascht. Wir hatten ein eigenes Bad, d.h. Toilette, großes Waschbecken und sogar eine Dusche. Geräumig war die Kabine auch. Dann ging es auf einen Bummel durch bekannte Gänge. Wir haben uns dann kurzerhand entschlossen, den Urlaub mit einem Abendessen zu beschließen. Es war wieder gut und reichlich und nach einem kurzen Besuch in der Bar, in der ein Abendprogramm gerade anfing, gingen wir zu Bett. Geschlafen haben wir nicht so gut, weil in einigen Nachbarkabinen Parties stattfanden, besser gesagt regelrechte Besäufnisse. Da beim Abendbuffet die Getränke, auch Wein und Bier, umsonst waren, haben viele Norweger ordentlich zugeschlagen. Viele sah man mit Weingläsern, da Wein mehr Prozente hat als Bier. Um 5.00 Uhr ist Norbert dann an Deck gegangen, da die "Stena Saga" doch etwas schaukelte. Außer Wolken und Regen war aber nicht viel zu sehen und der Wind hielt sich in Grenzen. Norbert berichtet dann von einigen Standfesten, die immer noch hier und dort herumsaßen und sich die Nachtfahrt wohl "schöngesoffen" haben. Es lief aber auch Wachpersonal herum, das wohl weiß, was bei solchen Nachtfahrten abläuft. Pünktlich um 7.20 Uhr legte das Schiff in Frederikshavn in Dänemark an. Wir fuhren noch ein Stück die E45 und haben dann erstmal gefrühstückt. Weiter ging es um 9.19 Uhr. Die Grenze zu Deutschland passierten wir dann um 13.59 Uhr. Kilometerstand: 104.309. Begrüßung in Deutschland: Regen. An der Raststätte "Hüttener Berge" machten wir eine Pause von 14.45 Uhr bis 16.10 Uhr. Wir haben gegessen und geschlafen. Zwischenzeitlich schüttete es wie verrückt. In Hamburg waren wir um 17.15 Uhr und in NRW um 20.20 h. Ankunftszeit zuhause: 22.07 Uhr. Kilometerendstand: 104.837. Es war ein Urlaub, wie er nicht schöner hätte sein können. Unvergesslich und selbst während des Abtippens meiner Aufzeichnungen fühlte ich die Sehnsucht nach einem Land, welches all unsere Urlaubswünsche erfüllt hat. Es ist kein Reisebericht, es sind meine Aufzeichnungen um Erinnerungen und Eindrücke festzuhalten. Ich hoffe aber, dass sich dieser Bericht gelohnt hat und der ein oder andere vielleicht Lust bekommen hat Norwegen einmal selbst zu erleben. |